Startseite
Neuseeland 2016/2017
Uruguay-Tour 2015/2016
Kaukasus-Tour 2015
Neuseeland 2014
Argentinien-Tour 2012/2013
Südamerikatour 2011/2012
Bisherige Radreisen
Guestbook/Gaestebuch
Einträge


Wir fliegen am 01. Dezember 2015 nach Buenos Aires und wollen in den nächsten Wochen eine Radtour über Montevideo durch Uruguay nach Norden in das südliche Brasilien unternehmen. Wir werden euch in den nächsten Wochen hier auf dem Laufenden halten. Für den 15. Februar 2016 ist unser Rückflug vorgesehen.



Nach einem angenehmen Flug in der Premium Economy Klasse kamen wir recht gut ausgeschlafen am Mittwoch um 8 Uhr hiesiger Zeit in Buenos Aires an. Der Transport mit unseren Raedern vom Flughafen zu unserem Hotel gestaltete sich wie erwartet schwierig, da es keine Gro'raumtaxis gibt. Aber Am Ende war auch dies geloest und wir konnten einen ersten Spaziergang in hochsommerlicher Temperatur unternehmen.


In das "Casa Rosada", den argentinischen Praesidentenpalast zieht am 10. Dezember 2015 der neugewaehlte argentinische Praesident Macri ein, der die bisherige Praesidentin Christina Fernández-Kirchner abloest.


Auch in Buenos Aires werden jetzt staedtische Radtouren angeboten. Bei dem riesigen Verkehr nicht gerade eine geruhsame Angelegenheit.



Eine nette Idee: Ampelmaenchen aus verschiedenen Grossstaedten der Welt.

Morgen Samstag, 05. Dezember, fahren wir mit der Faehre ueber den Rio de la Plata hinueber nach Uruguay,


Liebe Leserinnen und Leser unserer homepage: Uns geht es gut und wir sind bereits in Punta del Este angekommen. Leider gestaltet es sich seehr sehr schwierig, eine Internetstation zur Akualisierung unserer Reiseberichte zu finden. Im Zeitalter von Smartphones gibt es fast keine Internetcafes mehr und wenn, haben sie alte Versionen oder nur Browser, die vom homepagecenter der Telekom nicht unterstuetzt werden. Jetzt in Punta del Este haben wir endlich mal wieder Glueck. In aller Kuerze werde ich (Helmut) einige Bilder und Kurzberichte einstellen. Ansonsten verweise ich auch auf die Moeglichkeit, im facebook unter " Helmut Wider" das eine oder andere Bild abzurufen.
Adios......


Den Tarif fuer die Buquebus-Faehre hinueber nach Urugyay hatten wir deutlich preiswerter in Erinnerung. Doch wir wollen an einem Samstag, an dem fuer die Argentinier mit vier Tagen ein langes Wochenende beginnt, auf die andere Seite des Rio de la Plata. Das hat seinen Preis! Besonders braucht man aber Geduld fuers Anstehen in der Schlange. In Olonia del Sacramento gefaellt es uns am alten Hafen und in dem unter UNESCO Weltkulturerbe stehenden alten Viertel. Die Jakaranta-Baeume bluehen in zartem Lila. Unsere Etappe am naechsten Tag endet auf einem Campingplatz mit vielen Eukalytusbaeumen, direkt an einem Fluss in der Naehe von Nueva Helvetica. In der Gegend haben sich einmal Schweizer und Deutsche niedergelassen. Nach 80 weiteren km sind wir 10 Minuten frueher beim Zimmervermieter in Libertad als ein Radlerpaar aus Argentinien und bekommen so das letzte Zimmer zur lauten Strasse (mit Balkon). Doch die Zei bekommen ein Notzimmer und wir treffen sie zwei Tage spaeter wieder im Hafen von Montevideo.


Nach einer Stadtrundfahrt haben wir den ersten Ueberblick.
8 % Arbeitslosigkeit, 9 % Inflation. Fuer die bei 60% angegebenen Mittelschicht ist der Ueberlebnskampf hart, erfahren wir bei der Tour durch die Stadt. Ein Spaziergang fuehrt uns in eine sehenswerte Fotoausstellung von Pedro Meyer, in den ehemaligen Praesidentenpalast und zum Mausoleum fuer den Nationalhelden Artigas, wo zwei Uniformierte Ehrenwache halten.
'Morbider Charm' - eine Beurteilung fuers Stadtbild von Thomas Schroeder (Latein America Bike Buch) trifft es noch immer. Doch die noblen Viertel ausserhalb sind fein herausgeputzt. Der Blick vom SOFITEL -auf der Rueckseite des Casinos- ist beeindruckend.

Am Samstag zieht es die Staedter hinaus nach Punta del Este. Wir lernen auf dem Weg dorthin: nicht immer ist ein Campingplatz oeffentlich. Nach einer angenehmen Uebernachtung (mit Klimaanlage) im Ferienheim der Busfahrer-Gewerkschaft , einem ueberteuerten Zimmer in einem uralten und voellig heruntergewirtschafteten  "Hotel" am Strand von Solis fuehlen wir uns auf dem Campingplatz San Rafael oestlich von Punta del Este wohl. Wir bleiben ein bisschen und geniessen den Schatten der Baeume, denn in den letzten Tagen war es zum Teil unertraeglich heiss. Bis 49 Grad haben wir am Lenker gemessen.



Punta ist ein hochmondaener Strandort. In den vergangenen 20 Jahren ist hier ein Glas-Hochaus am anderen gebaut worden. Waehrend der alte Teil der schmalen Halbinsel gute Infrastruktur aufweist, gibt es im Hochhausgebiet so gut wie keine Versorgungsmoeglichkeiten wie Baecker, Metzger oder Supermarkt.
Wir erkunden per Rad die Stadt und treffen auf einen gebuertigen Mannheimer, der den europaeischen Winter hier verbringt; aber auch ein Paar aus Baden-Wuerttemberg, das fuer zwei Wochen eine Rundreise mit gemietetem Campmobil unternimmt. Treffen mit Fernradler: bislang Fehlanzeige, nur ein Paar in der Gegenrichtung.
Im alten Hafen gefaellt es uns sehr gut: wunderschoene Boote aller Art, volle Restaurants aus denen es herrlich nach Fischgerichten riecht. Und nicht zu vernachlaessigen: ein wunderbarer langer Strand am Atlantik mit herrlich zartem hellem Sand.

Nach ein paar kraeftigen Regenguessen am Montag hat es sich deutlich auf etwa 25 Grad abgekuehlt. Wir geniessen es!!!


Kilometerlange Palmenstrasse in Uruguay


Ueber solche Verpflegungsstationen freut sich der Radler und leistet sich ein kuehles Bier


Ansicht auf Montevideo bei der Anfahrt von Westen mit einem Kreuzfahrtschiff im Hafen


Zentraler Platz in Montevideo mit altem Stadthaus


Platz vor dem Praesidentenpalast mit dem ehemals hoechsten Haus in Suedamerika


Montevideo von der -vornehmeren- Ostseite her


Wasserblueten in einer Lagune hinter dem Atlantikstrand


Auf einem Rastplatz treffen wir das Bruederpaar Carlos und Daniel, die uns von ihren Radreisen durch Kuba und Mexiko berichten.


Ein Blick zurueck in die Bucht von Maldonado


Ankunft in Punta del Este


Im Hafen von Punta del Este


Kunst am Strand von Punta del Este: "El Mano" (die Hand)



Unser Zelt auf dem schattigen Campingplatz San Rafael


Diese seltsame Brueckenkonstruktion ueberspannt eine Lagune in der Naehe unseres Zeltplatzes



Zu unserer Ueberraschung finden wir hier einen Zugang zu unserer homgepage. Deshalb in aller Kuerze eine Zusammenfassung der letzten Wochen:

Wir verlassen den angenehmen Campingplatz bei Punta del Este in Richtung Rocha. Zunaechst fahren wir entlang des Meeres und spaeter ueber eine Erdstrasse bei hohen Temperaturen in Richtung unseres Tageszieles. Am Ende hatten wir auch noch Windunterstuetzung und fanden in der wirklich haesslichen Gebietshauptstadt eine abenteuerliche Uebernachtung (ohne Fenster). Wir sind froh, am anderen Tag wieder frische Luft um die Nase wehen zu lassen.

Von La Paloma (welch wohl klingender Name!) sind wir enttaeuscht finden aber 10 km weiter einen angenehmen Naturcampingplatz mit Vogelgezwitscher, Meeresrauschen und einem Laden, nur ein km entfernt. Leider ohne WIFI, was ansonsten hier fast ueberall vorhanden ist. Nach einer Campinguebernachtung in dem vorwiegend von Rucksacktouristen belegten Ort Barra de Valizas (da passen wir altersmaessig voll hinein!) steuern wir Punta del Diablo an. Dieser Ort am Meer mit wunderbaren Sandbuchten war frueher ein kleiner Fischerort und  galt lange Zeit als Aussteigerort. Heute ist es eine Ansiedlung vieler Cabanas. Da die Feiertage vor der Tuer standen, mieten wir eine kleine Cabana und verbringen Weihnachten und Silvester.

Hier erleben wir zweierlei: In den Tagen nach Weihnachten fallen die Touristen (viele aus Brasilien) wie Heuschrecken in den Ort ein, so dass aus leeren Straenden bald ueberfuellte Buchten werden.
Und was fuer uns noch schlimmer war: Am Tag vor Hl Abend gibt unser smartfon den Geist auf. Die Tastatur des Bildschirmes reagiert auf nichts mehr. Das Schlimmste, was heute einem Touristen passieren kann. Unser Cabana-Vermieter faehrt uns mit dem Auto in die knapp 50 km entfernte Grenzstadt Chuy, wo wir ein neues Geraet erstehen koennen, das mit unserer SIM-Karte kompatibel war. Weihnachten ist gerettet und wir koennen ueber Internetradio deutsche Weihnachtslieder hoeren!! Ansonsten findet hier Weihnachten so gut wie nicht statt, wenn man von ein paar stilisierten kuenstlichen Weihnachtsbaeumen absieht.
Am 2. Januar 2016 verlassen wir gerne Diablo, denn jetzt findet hier Weihnachtsrummel statt, denn bis Mitte Januar ist Hochsaison. Wir fahren ueber Chuy ins Landesinnere. Lascano und jetzt Treinta y Tres sind die naechsten Stationen.


Da die westlich gelegenen Gebiete entlang des River Parana im Grenzbereich Uruguay - Argentinien und Brasilien weitlaeufig ueberschwemmt sind (auch im deutschen TV wurde darueber berichtet) koennen wir die vorgesehene Runde nicht machen. Wir fahren jetzt eher in noerdliche Richtungen nach Brasilien und dann irgendwie zurueck in den Bereich Colonia del Sacramento.




Die Faehnchen flattern im Wind



Mitten in freier Landschaft eine Schule. Zu unserer totalen Ueberraschung wird hier ein freies WIFI ausgestrahlt mit bestem Empfang. Von hier aus lesen wir den SchwaBo!!!! Welch ein Unterschied zu Deutschland!!


Wunderschoene Palmenlandchaft


Die Radler vor ihrer Weihnachtsvilla in Punta del Diablo



Am (noch leeren) Strand von Punta del Diablo.


Letzte Vorbereitungen vor dem grossen Publikumsansturm


Interessante Aussichten


Im Nationalpark Santa Teresa.....


....mit weiten Sandbuchten


Die Grenzstaedte Chuy (Uruguay) und Chui (Brasilien) sind erreicht


Das ist die Einfahrt zur Estancia von Nicolas und Carina, die wir in der Naehe angetroffen haben

Allen Leserinnen und Leser unserer homepage wuenschen wir ein gutes Jahr 2016.
Wir hoffen, bald wieder berichten zu koennen.

Treinta y Tres, 8. Januar 2016

Zu einem Hoehepunkt der bisherigen Reise wurde der Ausflug in den Nationalpark Quebrada de los Cuervos. Ein Angestellter des angenehmen Hotels La Posada fuhr uns mit seinem Privatauto auf recht abenteuerlichen Strassen und Wegen in den ca. 50 km entfernten NP. Er begleitete uns auch auf unserem Rundgang durch den Park, bei dem bei den An- und Abstiegen nahezu bergsteigerisches Koennen gefragt war. Uralte Baeume und angenehm riechendes Gebuesch, zwitschernde Voegel, bloeckende Jungtiere einer hier lebenden wilden Schafsgattung, Aussichten  auf kreisende Adler, auch mal eine Schlange am Wegesrand (angeblich ungiftig) , das Rauschen des Flusses und einfach wilde Landschaft sind die Atribute dieses Nationalparks. Es war sehr interessant fuer uns! Herzlichen Dank an unseren Fuehrer Milton.


Der Weg ist manchmal recht muehsam


Alles muss festgehalten werden


Wilde Landschaften und viel Gestruepp


Die Villinger Radler heute mal beim Wandern





Wunderschoene Aussichten


Unser Fuehrer Milton erklaert  uns, dass aus den Nuessen dieser Palmen ein Likoer hergestellt wird.


Verena mit unserem Fahrer und Fuehrer Milton


Hier endet unsere Wanderung


Das ist der unscheinbare Eingang zum **Hotel La Posada


Und das ist ein Blick in den geraeumigen Innenhof. Da ist viel Platz fuer unsere Raeder.

Morgen, Samstag, 9. Januar, verlassen wir Treinta y Tres. Wir muessen eine Strecke von ueber 110 km zurueck legen, da es zwischen hier und Melo nur Viehweiden gibt. Notfalls steht uns ein Wildcamping ins Haus. Schaun wir mal......

Melo, 10. Januar 2016

Wir haben es tatsaechlich geschafft!! Aber es war ein wirklicher Husarenritt.  Das Gelaende erwies sich als viel schwieriger als erwartet und wir mussten viele Berge ueberwinden. Dass es zudem recht warm werden wuerde, das war zu erwarten (bis ueber 40 Grad).

Genau mit Sonnenuntergang erreichten wir den Stadtrand der 50000 Einw.-Stadt Melo. Mit Licht ging es dann zu dem gluecklicherweise vorgebuchten Hotel Juana am anderen Ende der Stadt. Ein Radler fuhr das letzte Stueck (natuerlich ohne Licht) noch vor uns her, damit wir uns nicht verfuhren.

Die Bilanz des Tages: 116 km, 1170 Hoehenmeter, 9 Stunden im Sattel und zwei total platte Radler, die jetzt eine Pause verdient haben!!!!


Weite Weidelandschaften praegen dieses Gebiet im Grenzbereich zu Brasilien. Mit nur 3-4 Einwohnern pro Quadratkilometer ist es das am duennsten besiedelte Gebiet Uruguays.


Kurz vor Melo kommt uns Daniel (33 Jahre alt) aus Wangen im Allgaeu entgegen. In dem kurzen Gespraech (es wird bald daemmerig) erzaehlt er uns, dass er schon ueber zwei Jahre mit dem Rad unterwegs ist. Eigentlich wollte er nur mal nach Marokko - ist aber dann weitergeradelt. An eine Rueckkehr nach Deutschland denkt er im Moment noch nicht.

Melo, 11.Januar 2016

In Melo (ca. 50 000 Ew., im NO von Uruguay  gelegen, ist Bischofssitz)besuchen wir die Kirche, in der 1988 Papst Johannes Paul II. ein Gebet gesprochen hat. Die Befreiunsgeschichte ist in Melos Heimatmuseum dargestellt. Unter den Exponaten etliche Mauser- Gewehre und Pistolen.
Unser Hotel am Rande der Stadt bietet mit dem Pool gute Erholung. Ein kraeftiges Steak gibt Kraft fuer die naechsten Etappen. Vermutlich muessen wir zwei Freicamps einlegen, denn unser naechstes Ziel Tacuarembo liegt ueber 200 km entfernt. Wir hoffen auf einen Camp bei einer Tanke und spaeter in einem kleinen Ort.


Die bescheidene Kathedrale von Melo


Ein Bild und eine Inschrift am Eingang der Kirche weist auf den Papstbesuch im Jahre 1988 hin,


Immer wieder beindruckend: die Hauptplaetze mit ihren alten Baeumen, die gerade jetzt im Sommer Schatten spenden. Waehrend wir hier sitzen, ertoent aus dem Lautsprecher eine bekannte Melodie: "Griechischer Wein...." von Udo Juergens, und das in deutscher Sprache.



Eine typische Gastwirtschaft mit Parilla, wo die guten Steaks gegrillt werden. Ein wirklich heisser Arbeitsplatz!


Hier lassen es sich die Radler gut gehen und erholen sich von den Strapazen der zurueck liegenden Tage.

Pech und Glueck am 13. Januar 2016

Leichter Rueckenwind, welliges Gelaende, riesige weite Weideflaechen auf denen meist Jungbullen (geben das gute und schmackhafte Fleisch ab) , recht guter Strassenbelag - wir kommen gut voran.....bis Helmut am Vorderrad einen Platten hat. Die gruendliche Fehlersuche zeigt: da ist ein ganz uebles Problem aufgetreten. Die Seitenflaeche des Mantels ist durch Falscheinstellung der Bremse an einer Stelle aufgerieben und so beschaedigt worden, dass der Schlauch durchgedrueckt hat und platzte. Helmut flickt den Schlauch (Ersatz waere auch vorhanden) und den Mantel (Ersatz leider nicht vorhanden) notduerftig von innen und gibt nur schwachen Luftdruck in den Reifen.
Bange Frage: Wie lange haelt dieser Notbehelf aus??

Nach etwa 45 km Essen unter einem Schatten spendenden Eukalypthusbaum mit herrlichem Wind als Foen. Aber nach weiteren 15 bis 20 km und Ueberquerung der Departementsgrenze am Rio Negro faengt ein ganz ganz uebler Strassenbelag an. Loecher und Hoecker wechseln sich ab. Fast nicht befahrbar. Haelt das der geflickte Mantel aus?
Nach 85 km erreichen wir die Kreuzung mit Tankstelle und ein paar Haeusern, die wir als Ziel der heutigen Etappe vorgesehen hatten, um hier das Zelt aufzustellen. Frage an den Tankwart ob hier vielleicht ein Bus nach Tacurembo faehrt?? "Ja, in wenigen Minuten kommt der letzte vorbei und haelt direkt vor der Tanke" Wir hin und schon kurz danach faehrt der Riesenbus vor und Fahrer und Beifahrer nicken auf die Frage, ob sie uns mit Gepaeck mitnehmen wuerden.

Die Schlaglochpiste bleibt extrem uebel, doch im Bus wirkt das wie eine kostenlose Ruettelpassage.
Bei Dunkelheit erreichen wir vom Busbahnhof aus leicht via Google-Maps das nach der Tango-Legende benannte Hotel Carlos Gardel. Ein besonders schoenes Haus mit vielen Hinguckern (Schallplatten, Gramophon, alte Schulbank, Garderoben mit alten Kleidern, Hueten, Koffern usw.)

Eine Gruppe vor dem Haus spendiert ein Willkommensbier. Es sind in der Mehrzahl Deutsche, die hier einen Windpark aufbauen.

Am anderen Tag finden wir einen recht gut sortierten Radladen, ion dem wir einen neuen Mantel brasilianischer Herkunft (betont der Verkaeufer ganz besonders) kaufen koennen, der anschliessend von Helmut montiert wird. Dabei werden natuerlich auch die Bremsbacken der Magura-Bremse neu eingestellt, damit das nicht noch einmal passiert.

Ansonsten gibt es zu berichten, dass es sehr sehr heiss ist und wir froh sind, die beiden letzten Etappen nicht haben fahren muessen. Also: wirkliches Glueck im Unglueck!!


Verena faehrt (fast) immer hinter den Faehnele her und erfreut sich ueber die schoene und interessante Radtour. (Wenn da nur die Sauhitze nicht waere..)


Schoene Estancias liegen gelegentlich links und rechts der Strasse.


Das ist das Land der Gauchos. Hier treiben sie eine Rinderherde zusammen.


Ganz in der Naehe des Hotel Carlos Gardel........



....steht das Denkmal des noch heute hoch verehrten Tango-Saengers und -Komponisten Carlos Gardel. Nach seinen eigenen Angaben wurde er 1887 hier in Tacuarembo geboren. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass er als Charles Romuald Gardes 1890 im franzoesischen Toulouse geboren wurde. Er gilt als eine der wichtigsten Persoenlichkeiten des Tangos in der ersten Haelfte des 20. Jahrhunderts. Nicht nur in Suedamerika, spaeter wurde er auch in Nordamerika und Europa sehr bekannt. Er starb am 24. Juni 1935 bei einem Flugzeugunglueck in Medelin/Kolumbien.






Der wunderschoene Hauptplatz von Tacuarengo


In unserer angenehmen Unterkunft "San Fructuoso" etwas ausserhalb der Stadt, lernten wir diese sympathische Familie Moni und Diego Muñoz mit ihren beiden Soehnen aus Argentinien kennen. Sie waren auf der Rueckfahrt aus ihrem Urlaub in Brasilien. Moni schenkte Verena spontan eine handgefertigte Halskette, die ihr Glueck bringen soll.


Bei dieser sengenden Hitze.........


.......hilft nur ein Aufenthalt im (noch recht kuehlen) Pool......


..... bei einem netten "Plausch" mit der auch am Pool Mate-Tee trinkenden Maria Victoria.
Sie ist halb Brasilianerin und halb Uruguayanerin.



In Durazno spenden tausende hohe Platanen einen totalen Schatten. Damit bleibt die Stadt auch bei gluehender Hitze angenehm kuehl. Allerdings: es wird uns gesagt, dass es bei Sturm oder Gewitter gefaehrlich sei, sich auf der Strasse aufzuhalten, denn immer wieder fallen Aeste herunter und gefaehrden Fussgaenger und beschaedigen Autos.



Im Jahre 1892 wurde zum Gedenken an Christoph Kolumbus an der Stelle der Stadtgruendung von Durazno (der Name erinnert an die zur damaligen Zeit hier vielfach vorhandenen Pfirsichplantagen) ein Denkmal errichtet. In der Steinkugel an der Spitze des Monumentes wurden Dokumente eingelassen mit der Massgabe, sie nach jeweils 100 Jahren wieder zu oeffnen und um neue Dokumente darin zu verwahren. Im Jahre 1992 wurde die Kugel erstmals geoeffnet und man konnte aus den Dokumenten entnehmen, dass man damals von einer bluehenden wirtschaftlichen Entwicklung aus gegangen ist, nachdem die Stadt wenige Jahre zuvor an das Eisenbahnnetz von Uruguay angeschlossen worden war.
(Wir haben versprochen, bei der naechsten Kugeloeffnung im Jahre 2092 wieder nach Durazno zu kommen. Natuerlich mit dem Fahrrad!)


Bei der Tourist-Info lernen wir die charmante Sirela Marra (zwischen Verena und Helmut) kennen. Natuerlich muss die Anwesenheit der Radler aus Alemania im Bild festgehalten werden.


Fuer den anderen Morgen bittet uns Sirela, zu einem Pressetermin zu kommen. Sie moechte damit kund tun, dass auch internationale Gaeste in ihre Stadt kommen. Es erscheinen Pressevertreter und ein Fernsehteam, die natuerlich vieles von uns wissen wollen. Besonders ueberrascht sind sie, als sie erfahren, welche Touren wir schon durch Suedamerika unternommen haben und insbesondere ganz perplex sind sie, in welchem Alter wir diese fuer sie unvorstellbaren Radtouren unternehmen. Man kann es fast nicht fassen, mit fast 77 Jahren so etwas zu unternehmen.


Im Auftrag des verhinderten Buergermeisters der Stadt Durazno empfaengt uns sein persoenlicher Referent Jorge (Bild rechts) und ueberreicht uns das Sternenenbanner fuer die  18 Provinzen Uruguas  samt einem Wimpel. Er sei als frueherer Fussballspieler selbst auch radsportlich aktiv und wisse sehr wohl die Leistungen, die wir vollbringen, einzuschaetzen. Er bedankt sich, dass wir der Stadt Durazno einen Besuch abgestattet haben.


Auch ueber den Empfang im Buergermeisteramt berichten das Fernsehen und die Presse ausfuehrlich.


Wir sind ganz ueberrascht, im Fruehstuecksraum unseres Hotels auf andere deutsche Gaeste zu treffen: Ursula (rechts) mit ihrer Schwiegertochter Veronika sind ebenfalls in Uruguay unterwegs. Veronika ist es auch, die die Bilder vom Interview mit uns macht. Danke!!! Euch weiter eine gute Reise!!!!

Wir selbst verlassen die schattige Stadt und begeben uns auf die sehr sonnige Ruta 14 und radeln in Richtung Trinidad weiter. ......

Trinidad, 22. Januar 2016

Bei sehr hohen Temperaturen sind wir in Trinidad angekommen. Die Hitze macht uns und insbesondere Verena stark zu schaffen. Weil fuer die naechsten Tage eine Hitzewelle mit Schattentemperaturen von fast 40 Grad angesagt sind, bleiben wir erst mal hier und geniessen die angenehmen Temperaturen in klimatisierten Raeumen. Die hoechsten Temperaturen sind fuer kommenden Sonntag vorhergesagt, danach soll es etwas "kuehler" werden - aber dafuer sind Gewitter angekuendigt.


Trinidad ist eine sehr ansehnliche Kleinstadt und Hauptstadt des Departements Flores. Hier die Stadtkirche.


Das schmucke Rathaus aus der Gruenderzeit.


Sogar eine neu gestaltete "Flaniermeile" ist hier zu finden. Auch die vorhandenen Einkaufsgeschaefte zeigen, dass durchaus Geld vorhanden ist. Es stimmt also, was uns in Durazno gesagt wurde: in Trinidad wohnen die reicheren Leute.


Verena traegt stolz ihren neuen Halsschmuck, den sie von Moni in Tacuarembo geschenkt bekommen hat.

2. Februar 2016

Von Durazno radeln wir bei Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit und heftigem Gegenwind nach Trinidad. Bei Schattentemperaturen von 40 Grad (selbst am Abend) ist ein Hotel mit Pool kein Luxus, vielmehr schlecht "ueberlebenswichtig". Der Wind blaest so heiss, als ob ein riesiger Foehn auf hoechster Stufe eingeschaltet waere. Zum Glueck ist Verena so gut drauf, dass sie mir besonders in den Anstiegen vorausfahrend Windschatten bieten kann.


Ein Buswartehaeuschen bietet uns Schatten.Es ist der einzige Schattenplatz weit und breit.

Im naechsten Etappenort Cardona geniessen wir den Schatten im Hotelgtarten. Im Bananenbaum sehen wir einem Kolibri zu und kommen mit den argentinischen Familien Maria und Patricia mit ihren Ehemaennern sowie Sohn Agostin ins Gespraech. Agostin ist nach einem schweren Verkehrsunfall noch schwer gezeichnet und muss Schritt um Schritt ins Leben zurueck finden.

In Ombues de Lavalle hatten wir eigentlich nichts erwartet, umso wi9llkommener ist ein nagelneues Hotel. Sieht fast so  aus, als haetten wir den Pool eingeweiht. Ueberhaupt hat sich in den fuenf Jahren, seit wir erstmals in Uruguay waren, sehr vieles positiv entwickelt. Das sehen wir auch in Dolores. Das Hotel, in dem wir 2011 schon einmal uebernachtet haben, ist vergroessert und modernisiert. Die Besitzerfamilie verdient ihr Geld eigentlich durch Soja- und Getreideanbau. Der Junior erzaehlt, dass sie ca. 5000 Hektar bewirtschaften.
Nueva Palmira am Rio Uruguay bietet mit seinem Ozeanhafen beste Voraussetzungen zur Verschiffung. Ein Grossteil der Erzeugnisse gehen nach China, wird uns erzaehlt.


Leider gibt es heute keinen schattigen Pausenplatz


Die Ehepaare Patricia und Maria mit Ehemaennern und Sohn Agostin


Auf riesigen Flaechen wird meist Soja angebaut. Im Wechsel werden jaehrlich zwei Ernten eingefahren: Soja und Getreide.


Enstancias zeugen von einem deutlichen Wohlstand der Besitzer


Ein riesiger Mimosenbaum blueht nicht nur wunderschoen, sondern duftet auch herrlich.


Morgen ist Muellabfuhr


In Nueva Palmira kommen wir an den Rio Uruguay, dem Grenzfluss zum westlich gelegenen Argentinien



In einem Motel nahe Nueva Palmira treffen wir auf eine internationale Gruppe. Die Maenner bauen im Hafen neue Foerderanlagen auf: 6 Tage a 10 Stunden. Da ist Abwechslung am freien Sonntag sehr willkommen. Von ihnen erhalten wir gute Tips fuer die naechsten Tage.


Die Umgebung von Nuova Palmira ist gepraegt von riesigen Siloanlagen, wo die Soja und das Getreide der Gegend zwischengelagert wird, um spaeter ueber den Hafen dem Weltmarkt zugefuehrt zu werden.



Auf Empfehlung der Maenner zweigen wir am naechsten Tag von der Ruta 21 ab und erreichen einen Aussichtspunkt, von dem man zwei der mehreren Muendungsarme des Rio Parana in den Rio Uruguay sehen kann. Von hier an oeffnet sich der breite vereinigte Fluss in den Muendungstrichter des Rio de la Plata.
Uebringens treffen wir hier ein argentinisches Paar wieder, das wir schon in Dolores getroffen hatten. Sie waren mit Motorrad schon mehrfach in Europa unterwegs.

7. Februar 2016

Es ist geschafft:
Nach zwei sehr heissen Fahrtagen mit Lenkertemperaturen bis 50 Grad haben wir den Ausgangspunkt Colonia del Sacramento wieder erreicht. Wir sind richtig froh! Wir ziehen es vor, bei der herrschenden Hitze statt wie vorgesehen die letzten Tage in Uruguay auf dem Campingplatz zu verbringen, in ein Hotel mit klimatisierten Raeumen zu ziehen. Doch das ist gar nicht so einfach. Die Hotels sind so gut wie ausgebucht. Der Grund: Carnevale. Colonia ist wohl eine Hochburg des hiesigen Carneval und die Besucher stroemen aus vielen Laendern herbei. Montag und Dienstag sind wie in Villingen arbeitsfrei, d.h. man nuetzt die Hochsommertage fuer einen Kurzurlaub. Aber wir haben Glueck und finden noch eine Unterkunft.


Auf der meist nur schwach befahrenen Ruta 21........


....fahren wir......


.................in gluehender Hitze.................


..........in Richtung Colonia del Sacramento, dem Ausgang und Ziel unserer Vuelta Uruguay, entgegen. (Verena muss unter der Hitze ganz besonders Leiden)


Hurra!   Das Ziel ist erreicht!


Wir kommen genau richtig: zum Carnevale Suedamericana, mit den farbenpraechtigen Umzuegen bei hochsommerlichen Abendtemperaturen.







Gern laesst sich die Startaenzerin mit Helmut aus Alemania fotografieren!!


Jetzt ist die Zeit gekommen, die Raeder fuer die Heimreise vorzubereiten.


Colonia del Sacramento mit seinem Wahrzeichen, dem Leuchtturm, wurde bereits im       Jahre 1680 als portugiesischer Stuetzpunkt gegruendet. Sie ist damit die aelteste Stadt      von Uruguay. Die Stadt wechselte wegen seiner strategischen Lage haeufig die Zugehoerigkeit zu Spanien und Portugal. Hier wurden auch viele Sklaven gehandelt.

Heute ist die Stadt ein bedeutender Fremdenverkehrsort.                 


Der alte Baumbestand bietet herrlich kuehlen Schatten.


der Rio de la Plata bietet auch  Strandatmosphaere, obwohl uns das Wasser nicht                     gerade sauber vorkam.


Der Rio de la Plata ist an dieser Stelle ca. 52 km breit und gegenueber liegt die    argentinische Hauptstadt Buenos Aires.


Ein Blick zurueck von der Faehre aus. Die Ueberfahrt dauert etwa 60 Minuten.



Die Skyline von Buenos Aires vom Schiff aus gesehen.


Ankunft in Buenos Aires.

Buenos Aires, 11. Februar 2016


Helmut nimmt auf dem Smartphon die Glueckwuensche zu seinem 77. Geburtstag     entgegen.

Impressionen aus Buenos Aires






Kathedrale von BA, in der der jetzige Papst Franziskus davor wirkte.







In BA wird nicht nur Tango geboten.


Natuerlich darf das bekannte Lomo -argentinisches Rindersteak- auf dem Teller nicht fehlen.


Aus der als "Suedamerika-Tour" gestarteten Radreise wurde am Ende die "Vuelta Uruguay".

Die Radtour wurde massgeblich gepraegt durch:

---das Hochwasser um Weihnachten 2015 im Grenzgebiet Argentinien / Suedbrasilien / Uruguay an den grossen Fluessen Parana und Rio Uruguay. Wir waren zwar nicht direkt davon betroffen, aber als Folge waren auch nach dem Hochwasser viele Strassen -auch im suedlichen Brasilien- wegen Untgerspuelungen gesperrt und wir mussten die Streckenfuehrung total veraendern.

---die brutale Hitze. Die erste Hitzewelle hatten wir entlang der Kueste. Im Landesinnern hatten wir am Lenker gemessen Temperaturen um 50 Grad und dann geht einfach nichts mehr.

---das Zika-Virus. Gerade nach dem Hochwasser hatten wir Respekt davor, die vor Wochen ueberfluteten Gebiete zu besuchen.

So erlebten wir Uruguay total mit einem Vergleich zu unserem ersten Uruguay-Aufenthalt im Jahre 2011. Dieser Vergleich faellt durchweg positiv aus. Vieles hat sich zum Guten veraendert. Man lebt ganz offensichtlich recht entspannt und zufrieden. Viele Besucher kommen aus Argentinien und Brasilien, obwohl das Leben hier teurer ist als in ihren Laendern. Einer der Gruende ist die Tatsache, dass es in Uruguay sehr sicher ist. Wir wurden immer freundlich aufgenommen und die Leute plaudern gerne mit den Gaesten aus dem fernen Alemania. Viele Autofahrer hupen, winken und blinken uns entgegen. Eine der ersten Fragen ist dann immer mit dem Fingerzeig auf Helmut, wie alt er wohl sei. Bei Nennung der Zahl 76 koennen sie es fast nicht glauben....  

Uruguay ist ein durchaus angenehmes Radland - allerdings zu einer anderen Zeit. Oktober/November oder Maerz/April duerften sich besser eignen. Trotz allem werden wir diese Wochen in sehr angenehmer Erinnerung behalten.

Es war fuer uns eine sehr schoene Zeit!